Landfill Mining: Als Tribut an den Hochwasserschutz wurde...


Auwirtslacke 2014

Auwirtslacke 2008 Schürfe

...eine 1920 bis 1985 betriebene Müllkippe „zerlegt & verräumt“. Es handelt sich um eine typische ehemalige Universal-Abfallsenke einer Gemeinde, in diesem Fall der Gemeinde Kössen, gelegen in Tirol unweit der Grenze zu Bayern direkt gegenüber der Einmündung eines Bachs in die Kössener Ache, welche als Tiroler Ache 25 km weiter in den Chiemsee mündet.

Wäre diese Deponie, landläufig als "Auwirtslacke" (nach dem nächstgelegenen Wirtshaus) bezeichnet, vor 100 Jahren 300 m flußauf- oder abwärts angelegt worden, würde deren Inhalt - dessen organischen Anteile weitgehend Richtung Chiemsee eluiert worden sind - kaum jemanden interessieren: Nach der Schliessung um 1985 wurde das Gelände als Grünland genutzt - bis zu einer umfassenden Erkundung 2008, in der 800 lfm Schürfe in dem Gelände niedergebracht wurden, um einen Überblick zum Inhalt der Ablagerung zu erhalten.

Dann kam das Jahrhunderthochwasser 2013 und die Entscheidung, das gesamte Gelände (etwa 50.000 m3) zu räumen, um dem Fluss Raum zu geben und v.a. zu verhindern, daß der gegenüber der Deponie einmündende Bach bei hohen Pegelständen rückgestaut wird und in der Folge ein grösseres Siedlungsgebiet überflutet.

Im Sommer 2014 wurde TBU von der Gemeinde Kössen mit der Projektierung und Leitung des gesamten Rückbaus der "Auwirtslacke" beauftragt - einschließlich des Vergabewesens sämtlicher Lieferleistungen (Mietgeräte, Transporte in Verwertung bzw. Behandlung sämtlicher Materialströme, welche die Deponie verlassen) sowie der Beaufsichtigung der eigentlichen Aushub- und Sortierarbeiten, welche über ein Jahr in Anspruch genommen haben und im Oktober 2015 mit Gesamtkosten von € 1,35 Mio. (bzw. € 100 pro Quadratmeter Deponiefläche) abgeschlossen worden sind.